
Zusammenschlüsse und Übernahmen der letzten Zeit (Bayer / Schering, Merck / Serono, Nycomed / Altana, UCB / Schwarz Pharma) oder mögliche Übernahmen in der nahen Zukunft (Sanofi-Aventis / BMS) sind eine Folge der relativen Schwäche, nicht der Stärke von einem oder von beiden betroffenen Unternehmen.
Die Schwäche ergibt sich daraus, daß das übernehmende Unternehmen mit eigenen Mitteln keinen ausreichenden zukünftigen Produktfluß sichern kann, also aus eigener Forschung nur eine unzureichende Anzahl an entwicklungsfähigen und marktversprechenden Projekten generiert.
In Pressemitteilungen von Pharmaunternehmen liest sich das häufig anders. Dort wird in der Regel von „prall gefüllten Entwicklungs-Pipelines“ gesprochen, und insbesondere US-amerikanische Manager neigen zur kritiklosen Übertreibung.
Tatsächlich ist in vielen Fällen das Gegenteil der Fall.
Die pharmazeutische Industrie erzielt ihre Markbewertung aus den Verkaufserlösen der jetzt am Markt befindlichen Produkte. Diese haben nach Angaben des Verbands der forschenden Arzneimittelhersteller (VfA) nach der Erstzulassung eine durchschnittliche Verwertungszeit von etwa zehn Jahren, bis die ersten Patente auslaufen und Zweitverwerter (Generika Hersteller) das Geschäft mit erheblichem Preisabschlag übernehmen.