Beitrag, Deutsch, 9 Seiten, KoR - Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung
Autor: Dieter Weber
Erscheinungsdatum: 01.04.2010
Seitenangabe: 208-216
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KoR - Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung
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Die Umsetzung einer effizienten und adressatenorientierten externen Risikoberichterstattung stellt eine besondere Herausforderung für Kreditinstitute dar. Der Beitrag analysiert, inwiefern management approach und Materialitätskonzept geeignete Instrumente sind, um die mit der Risikopublizität verbundenen Zielsetzungen zu erfüllen.
Gliederung
I. Einleitung
II. Zielsetzungen der Risikopublizität
1. Zweck der Zielanalyse
2. Zielsetzungen von Gesetzgeber und Standardsetzern
3. Zielsetzungen der berichterstattenden Kreditinstitute
4. Zielkonformität als Voraussetzung für ein geschlossenes Umsetzungskonzept
III. Management approach
1. Merkmale und Nutzen
2. Der management approach in der handelsrechtlichen Risikoberichterstattung
3. Der management approach in der aufsichtsrechtlichen Risikoberichterstattung
IV. Materialität von Angaben
1. Materialitätskonzept als Ausprägung des management approach
2. Gesetzlicher Rahmen
3. Generelles Materialitätskonzept der Risikopublizität
4. Spezifisches Materialitätskonzept der qualitativen Risikopublizität
V. Zusammenfassung, kritische Würdigung und Ausblick
I. Einleitung
Seit geraumer Zeit haben Kreditinstitute mit den IFRS (IFRS 7 und IAS 1) und der dritten Säule von Basel II neue, risikoorientierte Transparenzregeln zu beachten, deren Umsetzung insbesondere kapitalmarktorientierte Bankenkonzerne vor Herausforderungen stellt. Dazu kommen die schon länger geltenden Vorschriften des § 315 HGB, die durch die DRS zur Risikoberichterstattung (für Banken sind dies der DRS 5 i.V.m. DRS 5-10) konkretisiert werden. In vielen Fällen sind die Anforderungen unspezifisch, manchmal widersprüchlich und überwiegend komplex. Zudem existieren vielfältige Interdependenzen zwischen den Regelwerken. Der Auslegungsbedarf für die Umsetzung in den berichtspflichtigen Unternehmen ist oft erheblich. Die Berichterstattung unterliegt einem hohen externen Qualitätsanspruch, dessen Nichteinhaltung durch die Instrumente des Enforcement und durch die Geschäftsleiterhaftung sanktioniert wird.
Vor diesem Hintergrund suchen Banken nach Wegen zur Komplexitätsreduzierung, die einerseits eine effiziente Berichterstellung in den Instituten erlauben und andererseits den Informationsinteressen der Berichtsadressaten gerecht werden. Zur Erreichung dieser Ziele rücken zwei Instrumente in den Mittelpunkt der Betrachtung: Der management approach und das Materialitätskonzept. Beide Ansätze sind sowohl in der handelsrechtlichen als auch in der aufsichtsrechtlichen Risikoberichterstattung bekannt. Durch geeignete Ausgestaltung werden sie zum Scharnier zwischen dem Risikobericht im (Konzern-)Lagebericht und dem Säule 3-Bericht.
Der sog. Managementansatz (management approach) zielt auf die Verwendung von intern der Geschäftsleitung zur Verfügung gestellten, entscheidungsrelevanten Informationen in der externen Berichterstattung ab. Davon abzugrenzen sind der bilanzorientierte Ansatz (balance sheet approach) und der aufsichtsrechtliche Ansatz (regulatory approach). Während im balance sheet approach die Offenlegung an Daten ausgerichtet wird, die dezidiert für Zwecke der externen Rechnungslegung ermittelt werden ohne Verwendung in der Unternehmenssteuerung zu finden, stützt sich die externe Berichterstattung im regulatory approach auf Informationen, die zur Erfüllung aufsichtsrechtlicher Meldeerfordernisse benötigt werden. Mit dem Materialitätskonzept soll sichergestellt werden, dass den Berichtsadressaten nur solche Informationen bereitgestellt werden, die i.S.d. Entscheidungsnützlichkeit bedeutsam sind.
Im Folgenden werden die Einsatzmöglichkeiten dieser Instrumente erläutert. Um den Rahmen für die Gestaltungsspielräume des management approach und des Materialitätskonzepts abzustecken, werden zuvor die mit der Risikopublizität verfolgten Zielsetzungen dargelegt.
Informationen zu den Autoren
Dipl.-Kfm. Dieter Weber ist Prokurist und Projektleiter im Risikocontrolling der DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt/M. Seit dem Jahr 1998 betreut er die externe Risikoberichterstattung der Bank. Der Beitrag gibt die persönliche Meinung des Verfassers wieder.