Soziale Dienstleistungen, die in Einrichtungen wie Krankenhäusern, Tagesstätten und Heimen sowie durch ambulante Dienste und Beratungsstellen im Gesundheits- und Pflegewesen, in der Familien-, Jugend- und Altenhilfe usw. erbracht werden, bilden in Deutschland eine Wachstumsbranche. Einer der wichtigsten Anbieter auf diesem Feld ist die Freie Wohlfahrtspflege. Obwohl die Wohlfahrtsverbände mit ihren Trägern und Einrichtungnen im Alltag nahezu omnipräsent sind, wird ihre wirtschaftliche Bedeutung kaum wahrgenommen. Dabei erreicht die Wertschöpfung der Freien Wohlfahrtspflege mit über 50 Mrd. € die Größenordnung wichtiger Wirtschaftsbranchen. In über 90.000 Einrichtungen und Diensten beschäftigt sie rund 1,2 Millionen hauptamtliche Voll- und Teilzeitkräfte. Seit 1950 hat sich der Anteil der Freien Wohlfahrtspflege an allen Erwerbstätigen mehr als verfünffacht. Denn personenbezogene Dienstleistungen sind besonders arbeitsintensiv.
Diese wirtschaftliche Bedeutung verdankt die Freie Wohlfahrtspflege vor allem dem Ausbau sozialstaatlicher Leistungen, die sie zu einem wesentlichen Teil erbringt. Dabei veränderte sich die Freie Wohlfahrtspflege auch selbst. Von - zum Teil schon Mitte des vorigen Jahrhundert entstandenen - privaten karitativen Hilfsorganisationen wandelten sich die Wohlfahrtsverbände zu professionellen Dienstleistern. Zugleich betrieben sie als "Sozialanwalt" erfolgreich die Ausweitung staatlicher Sozialleistungen. Dadurch geriet die Freie Wohlfahrtspflege jedoch zunehmend in rechtliche und finanzielle Abhängigkeit von den öffentlichen Haushalten, was dem Selbstverständnis freier und unabhängiger Träger zuwiderläuft. Heute stammen mehr als 90 vH der Gesamteinnahmen der Freien Wohlfahrtspflege aus öffentlichen Haushalten. Drei Viertel dieser Zahlungen sind Leistungsentgelte der Sozialhilfeträger, Kranken- und Pflegekassen usw., der Rest Zuschüsse für gemeinnützige Zwecke. Zusätzlich fördert der Staat die Einwerbung von Geld-, Zeit- und Sachspenden steuerlich. Dennoch haben solche Spenden - entgegen verbreiteter Vorstellung - nur noch einen geringen Anteil am Mittelaufkommen der Freien Wohlfahrtspflege.
Angesichts der Alterung der deutschen Bevölkerung wird die Nachfrage nach sozialen Dienstleistungen künftig weiter stark zunehmen. Doch die Marktbedingungen verändern sich dramatisch. Ein wachsender Teil dieser Nachfrage wird nicht mehr von den unter Finanzknappheit leidenden öffentlichen Haushalten, sondern von den privaten Haushalten finanziert werden. Zugleich intensiviert sich der Wettbewerb zwischen den Anbietern, zu denen zunehmend privat-gewerbliche Unternehmen stoßen. Denn viele soziale Dienstleistungen, gerade im Gesundheits- und Pflegebereich, haben längst den Charakter marktmäßiger Austauschbeziehungen erlangt - auch als Ergebnis der Arbeit der Freien Wohlfahrtspflege, die insofern Opfer des eigenen Erfolges ist. Sowohl die Freie Wohlfahrtspflege als auch die Nutzer und Nachfrager sozialer Dienstleistungen müssen sich daher künftig auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen. Dabei sind strategische Weichenstellung auf der Betriebsebene, aber auch die Klärung des künftigen Selbstverständnisses der Wohlfahrtsverbände selbst gefragt.
Diese wirtschaftliche Bedeutung verdankt die Freie Wohlfahrtspflege vor allem dem Ausbau sozialstaatlicher Leistungen, die sie zu einem wesentlichen Teil erbringt. Dabei veränderte sich die Freie Wohlfahrtspflege auch selbst. Von - zum Teil schon Mitte des vorigen Jahrhundert entstandenen - privaten karitativen Hilfsorganisationen wandelten sich die Wohlfahrtsverbände zu professionellen Dienstleistern. Zugleich betrieben sie als "Sozialanwalt" erfolgreich die Ausweitung staatlicher Sozialleistungen. Dadurch geriet die Freie Wohlfahrtspflege jedoch zunehmend in rechtliche und finanzielle Abhängigkeit von den öffentlichen Haushalten, was dem Selbstverständnis freier und unabhängiger Träger zuwiderläuft. Heute stammen mehr als 90 vH der Gesamteinnahmen der Freien Wohlfahrtspflege aus öffentlichen Haushalten. Drei Viertel dieser Zahlungen sind Leistungsentgelte der Sozialhilfeträger, Kranken- und Pflegekassen usw., der Rest Zuschüsse für gemeinnützige Zwecke. Zusätzlich fördert der Staat die Einwerbung von Geld-, Zeit- und Sachspenden steuerlich. Dennoch haben solche Spenden - entgegen verbreiteter Vorstellung - nur noch einen geringen Anteil am Mittelaufkommen der Freien Wohlfahrtspflege.
Angesichts der Alterung der deutschen Bevölkerung wird die Nachfrage nach sozialen Dienstleistungen künftig weiter stark zunehmen. Doch die Marktbedingungen verändern sich dramatisch. Ein wachsender Teil dieser Nachfrage wird nicht mehr von den unter Finanzknappheit leidenden öffentlichen Haushalten, sondern von den privaten Haushalten finanziert werden. Zugleich intensiviert sich der Wettbewerb zwischen den Anbietern, zu denen zunehmend privat-gewerbliche Unternehmen stoßen. Denn viele soziale Dienstleistungen, gerade im Gesundheits- und Pflegebereich, haben längst den Charakter marktmäßiger Austauschbeziehungen erlangt - auch als Ergebnis der Arbeit der Freien Wohlfahrtspflege, die insofern Opfer des eigenen Erfolges ist. Sowohl die Freie Wohlfahrtspflege als auch die Nutzer und Nachfrager sozialer Dienstleistungen müssen sich daher künftig auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen. Dabei sind strategische Weichenstellung auf der Betriebsebene, aber auch die Klärung des künftigen Selbstverständnisses der Wohlfahrtsverbände selbst gefragt.