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Abzocke, Datenmissbrauch & Co: Nicht nur in Osthessen ein Problem

Immer wieder kommt es zu Betrugsfällen in Osthessen, die entweder online in Form eines Datenmissbrauchs stattfinden oder auch offline, sozusagen als Abzocke über das Telefon. Für Verbraucher ist es daher wichtig, solche Maschen zu erkennen und zu wissen, wie sie sich schützen können. 

Es gibt Betrugsmaschen, welche die osthessische Polizei immer wieder beobachten. Der sogenannte „Enkeltrick“ ist dabei ein echter Klassiker – jedoch einer, der nach wie vor oft von Erfolg gekrönt ist, zumindest aus Tätersicht. Doch die Kreativität der Kriminellen kennt keine Grenzen und dementsprechend lassen sich diese in regelmäßigen Abständen immer wieder neue Strategien einfallen, sowohl online als auch offline. Die Verbraucherzentrale Hessen stellt daher stets die neuesten Warnungen auf ihre Homepage, um den Verbrauchern zumindest etwas mehr Schutz zu gewährleisten. Ähnliche Warnmeldungen sind auch auf der Webseite der örtlichen Polizei zu finden. Es kommt jedoch vor allem auf das richtige Verhalten der Betroffenen an, damit nicht auch sie zu einem Opfer von Abzocke, Datenmissbrauch, Betrug, Phishing oder weiteren kriminellen Machenschaften werden. Denn ist der Schaden einmal entstanden, bringt häufig selbst der Gang vor Gericht keinen Erfolg mehr. 

Verbraucher in Osthessen immer wieder betroffen

Dass Betrug viele Gesichter hat, zeigen auch die zahlreichen unterschiedlichen Fälle, welche es in jüngster Vergangenheit in Osthessen gab. Diese reichten von Kriminellen, welche sich als scheinbare Telefontechniker Zugang zum Zuhause von Senioren und damit auch zu deren Kontodaten verschafft haben, über falsche Gewinne, die angeblich nur gegen eine „Bearbeitungsgebühr“ ausgezahlt werden, bis hin zu Online-Trading, das mit entsprechendem Geldeinsatz scheinbar in Kürze reich macht. Gerade diese Komplexität und Schnelligkeit, mit welchen sich neue Betrugsmaschen entwickeln, machen es für Betroffene oft schwer, ehrliche von betrügerischen Absichten zu unterscheiden. Besonders gefährdet sind oft Senioren oder Personen, die nur wenig Erfahrung im sicheren Umgang mit dem Internet haben. Eine Problematik, die aber längst nicht nur in Osthessen zu beobachten ist, sondern bundesweit besteht.

 

 

Eine Grundskepsis ist angebracht

Da Betrug, Abzocke & Co heutzutage so vielfältige Formen annehmen, ist eine gewisse Grundskepsis für jeden Menschen eine gute Idee. Das gilt, wann immer Fremde Zutritt ins Haus beziehungsweise die Wohnung wollen, aber auch, wenn jemand Geld fordert. Es lohnt sich somit, vorab zu prüfen, ob es tatsächlich die Enkelin ist, welche anruft, oder, ob wirklich die Verbraucherschützer vor der Tür stehen, falls sie sich als solche ausgeben. Im Zweifelsfall ist es daher wichtig, „Nein“ zu sagen. Denn weder hat jemand ohne einen gerichtlichen Beschluss das Recht, die eigene Wohnung zu betreten – bis auf einige Ausnahmen beim Vermieter –, noch auf eine Überweisung oder auf Bargeld in irgendeiner „Übergabeform“. Wer sich auf diese Art und Weise richtig verhält, dessen Risiko, Opfer von Betrügern oder anderen Kriminellen zu werden, sinkt auf quasi null.

Der sichere Umgang mit dem Internet

Diese Grundregel, eine gewisse Skepsis walten zu lassen, besteht auch für das Surfen im Internet. Hier gilt daher: Wer darauf achtet, worauf er klickt und wem er gewisse Daten zur Verfügung stellt, hat prinzipiell nichts befürchten. Natürlich gibt es noch den unwahrscheinlichen Fall, dass sich ein Hacker Zugang zu Daten wie dem Online-Banking verschafft, jedoch ergreifen natürlich auch die Banken, Unternehmen & Co entsprechende Sicherheitsvorkehrungen. In der Kombination mit einem vorsichtigen Verbraucherverhalten, ist das Risiko somit äußerst gering. Allerdings ist es im Internet oft umso schwieriger, unseriöse Plattformen, Shops, Links oder andere Gefahren zu erkennen. Auch hier können einige grundlegende Verhaltensweisen dabei helfen, bereits die meisten Risiken aus der Masse herauszufiltern – und zu meiden: Erst einmal gilt es natürlich, niemals Geld zu überweisen, bevor sich der User nicht sicher ist, an wen dieses geht und dass die Transaktion gerechtfertigt ist. Das bedeutet, nicht auf entsprechende E-Mails zu reagieren, einen Shop vor einem Einkauf zu überprüfen, nicht auf falsche Facebook-Freunde hereinzufallen, die scheinbar in der Klemme sitzen und, und, und…

Falsche Freunde in Social Media und E-Mails

Ohnehin ist es wichtig, jede Person zu überprüfen, welche über das Internet Kontakt aufnimmt. Denn vor allem hinter E-Mails von angeblichen Freunden oder Nachrichten von Social-Media-Profilen, stecken häufig Betrüger. In letzterem Fall kopieren diese teilweise komplette Profile, wodurch der Betrug täuschend echt wirkt – doch spätestens, sobald Geld ins Spiel kommt, sollten auch hier die Alarmglocken läuten. Auf Links zu klicken, ist ebenfalls ein häufiger Zugangspunkt für Viren, Trojaner & Co, um anschließend persönliche Daten auszuspähen. Es gilt daher, nur auf Links zu gehen, von denen der Verbraucher weiß, dass er seriös ist und zum gewünschten Ziel führt. E-Mails mit Links sollten hingegen ignoriert werden. Bestenfalls werden ohnehin alle E-Mails ignoriert, bei denen der Absender nicht eindeutig seriös ist, beispielsweise also ein bewusst abonnierter Newsletter, eine Nachricht von einer Freundin oder so ähnlich. Zudem gibt es Viren, welche dafür sorgen, dass jemand ungewollt Spam verschickt. Ist der Absender also zwar bekannt, jedoch enthält die E-Mail keine sinnvollen Informationen außer einen Link, darf dieser ebenfalls nicht angeklickt werden. Besser wäre es, den Absender zu kontaktieren, beispielsweise telefonisch, und die seltsame E-Mail anzusprechen.

Die E-Mail als häufigste Falle für Verbraucher

Eine weitere Grundregel gibt es zu den E-Mails, denn diese sind eine der größten Fallen im Internet: Wann immer jemand persönliche oder sensible Daten will, beispielsweise Kontodaten oder Passwörter, müssen die Warnsignale angehen. Denn im Regelfall müssen solche Daten niemals irgendwo eingegeben werden. Die E-Mails wirken aber oft täuschend echt und sehen aus, als seien sie von einer Bank, einem Unternehmen, einem Zahlungsanbieter & Co. Dann empfiehlt sich ein Blick auf den Absender. Schreibfehler, kryptische Zeichen, komische Namen oder andere ungewöhnliche Kleinigkeiten können auf einen Betrug hindeuten. Und wer sich immer noch unsicher ist, der kontaktiert am besten einfach seine Bank oder den anderen angeblichen Absender und fragt direkt nach.

Internetanbieter richtig überprüfen

Aber nicht nur im E-Mail-Postfach lauern Gefahren, sondern auch beim Surfen, Shoppen und Spielen im Internet. Wann immer jemand also irgendwo ein Profil anlegen möchte, sei es zum Spielen in einem Online-Casinos, zum Einkaufen in einem Online-Shop oder für andere Zwecke, muss ebenfalls vorab die Seriosität des Anbieters überprüft werden. Im Regelfall bieten seriöse Plattformen nämlich eine hohe Transparenz, wenn es um das eigene Unternehmen, den Firmensitz, eventuelle Gebühren, die Rechtslage und andere wichtige Themen die Branche betreffend geht. Auch eine kurze Internetrecherche ist oftmals hilfreich, beispielsweise auf Bewertungsportalen, wo andere User ihre Erfahrungen zu einem Anbieter austauschen. Und zuletzt ist stets ein Blick ins Impressum ratsam, denn jede seriöse Webseite muss ein solches enthalten. Zudem liefert es wertvolle Informationen, beispielsweise hinsichtlich des Firmensitzes. 

 

Fazit

Leider gibt es sowohl online also offline heutzutage viele Ansatzpunkte für Kriminelle. Wer eine gesunde Skepsis an den Tag legt, kann sich jedoch vor vielen Maschen schützen. Hilfreich ist zudem sowohl im Internet als auch beim „Enkeltrick“ oder ähnlichen Betrugsversuchen, seine Freunde oder Angehörigen um Rat zu fragen. Wer also unsicher ist, ob es sich um eine ehrliche oder unseriöse Anfrage, E-Mail & Co handelt, darf und sollte sich externe Hilfe holen. Ist es trotzdem passiert und jemand wurde Opfer einer entsprechenden Straftat, ist der Gang zur Polizei wichtig. Nur so können rechtliche Schritte eingeleitet werden. Zwar werden die Täter nur selten gefasst, jedoch wird das verlorene Geld manchmal durch eine Versicherung erstattet oder es können zumindest andere potenzielle Opfer gewarnt werden, bevor auch sie einen finanziellen Verlust erleiden. Kam es hingegen zu keinem konkreten Schaden, müssen die Verbraucher selbst abwägen, wann sie zur Polizei gehen möchten. Denn für jede Spam-Mail im Postfach, lohnt sich das nicht. Hier kann ein gutes Virenprogramm den eigenen Schutz zumindest erhöhen und somit eine sinnvollere Maßnahme sein. Wer also mit Vorsicht an die Sache herangeht, genießt zwar keine 100-prozentige Sicherheit, kann diese aber zumindest deutlich erhöhen. 

 

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