Private Equity: Wachstumsbeschleuniger
Private Equity: Wachstumsbeschleuniger

Private Equity: Wachstumsbeschleuniger

Beitrag, Deutsch

Autor: Johannes Nölke

Herausgeber / Co-Autor: Dr. Rainer Zitelmann (Hrsg.)

Erscheinungsdatum: 15.09.2011

ISBN: 3942821087

Quelle: in: Investieren in Sachwerte - 15 Geldanlage-Alternativen, um der Inflation zu entkommen


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Preis: 24,99 €

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Auszug:

Sehr reiche Familien wie die Rockefellers haben sich schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts direkt an Unternehmen beteiligt. Sie waren dazu in der Lage, da sie über genügend Kapital verfügten. Für Privatanleger kommt aufgrund der hohen Summen, die bei Direktbeteiligungen erforderlich sind, eine solche Investition in der Regel nicht in Frage. Neben den erforderlichen Mitteln ist bei einer Direktbeteiligung vor allem Erfahrung in der Branche wichtig, um die Erfolgschancen eines Unternehmens zutreffend beurteilen zu können.

Eine weitere Beteiligungsmöglichkeit sind direkt investierende Fonds, die Gelder bei institutionellen und Privatinvestoren einwerben und das Kapital in Zielunternehmen anlegen. Die Fonds sammeln Kapitalzusagen bis zu einer vorher festgelegten Grenze ein und investieren anschließend. Das Kapital wird nicht sofort abgerufen, sondern in Tranchen. Nach sechs bis zehn Jahren wird der Fonds aufgelöst. Bei direkt investierenden Fonds beträgt die Mindestzeichnungssumme oft über 1.000.000 Euro. Dies ist für die meisten Privatanleger eine hohe Hürde.

Daneben existieren börsennotierte Private-Equity-Gesellschaften. Bei einer börsennotierten Beteiligungsgesellschaft erfolgt die Kapitaleinwerbung über die Ausgabe neuer Aktien. Der Anleger erhält junge Aktien, die Gesellschaft investiert das Geld in Zielfonds. Grundsätzlich verhält sich die Aktiengesellschaft wie ein Private-Equity-Fonds. Der Vorteil dieser Form des Private-Equity-Investments ist seine Transparenz. Die Publizitätspflichten von Aktiengesellschaften in Deutschland zwingen zur Veröffentlichung relevanter Daten über die Anlage. Darüber hinaus ist der Einstieg schon mit kleinen Beträgen möglich und die Aktien können über die Börse jederzeit verkauft werden. Nachteilig ist die relativ große Schwankungsbreite der Aktienmärkte, denen sich auch die börsennotierten Private-Equity-Gesellschaften nicht entziehen können.

Mit Dachfonds alles unter einen Hut bringen

Dachfonds – auf Englisch Fund of Funds genannt – werden für Privatanleger in Form von geschlossenen Fonds angeboten. Die Fondsgesellschaft sammelt bei Anlegern Gelder ein, in der Regel zu Beträgen ab 10.000 Euro pro Person. Die Fondsgesellschaft legt das eingeworbene Kapital nicht direkt in Unternehmen an, sondern in fünf bis zehn verschiedene Private-Equity-Fonds. Diese investieren wiederum in jeweils mehrere Unternehmen. Aufgrund dieser doppelten Streuung erreichen die Anleger eine hohe Diversifizierung. Die investierte Summe eines einzelnen Anlegers kann so in über 100 Unternehmen stecken. Die Diversifizierung bezieht sich nicht nur auf Unternehmen, sondern auch auf verschiedene Regionen, Branchen und verschiedene Manager der jeweiligen Zielfonds. Durch dieses hohe Maß an Diversifizierung kann beispielsweise die Insolvenz eines Unternehmens oder gar eines ganzen Zielfonds aufgefangen werden.

Dachfonds haben häufig schon zum Zeitpunkt der Auflegung verschiedene Fonds gezeichnet. Sie können den Abruf der Mittel durch die Zielfonds besser steuern als direkt investierende Fonds. Freie Liquidität legen die Dachfonds am Kapitalmarkt an. Der große Nachteil von Dachfondsinvestments ist die doppelte Kostenstruktur. Sowohl auf Ebene des Zielfonds als auch auf Ebene des Dachfonds fallen Verwaltungs- und Managementgebühren an. Dieses Mehr an Gebühren muss das Management des Dachfonds durch die Auswahl der richtigen Zielfonds – kurz durch seine Managementqualität – ausgleichen. Im besten Fall gleichen die höheren Renditen die höheren Kosten aus, die durch die Dachfondskonstruktion anfallen. Da die Ergebnisse verschiedener Zielfonds deutlich voneinander abweichen können, ist die Auswahl des richtigen Zielfonds entscheidend. In der Regel werben alle Dachfondsanbieter damit, nur in die sogenannten Top-Quartile-Fonds zu investieren, also in die erfolgreichsten 25 Prozent. Vielen Dachfondsanbietern gelingt es jedoch nicht, ausschließlich Zugang zu Top-Quartile-Fonds zu finden, so dass Anspruch und Wirklichkeit teilweise auseinanderliegen.

Für Privatanleger ist dies vor allem vor einer Investition schwer zu beurteilen. Die einzige Orientierungshilfe bieten die Ergebnisse bereits beendeter Dachfonds eines Anbieters. Darüber hinaus ist es für den Anleger ohne Unterstützung schwierig, sich ein Bild von der Wertentwicklung seines Investments zu machen. Die Intransparenz vergrößert sich noch durch die Streuung. Dennoch ist die Investition über einen Dachfonds für Privatanleger die geeignetste Variante, da die Mindestanlagesumme deutlich niedriger als bei einem direkt investierenden Fonds ist, ein erfahrenes Management bei der Dachfondsgesellschaft die Zielfonds auswählt und eine gute Berichterstattung Transparenz über die Investments schafft.

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