Employer Branding ist der kontinuierliche Prozess der Selbstvermarktung eines Unternehmens als Arbeitgeber mithilfe der Arbeitgebermarke und der Alleinstellungsmerkmale (Unique Employer Proposition, UEP). Erfolgreiches Employer Branding setzt einen entsprechenden Grad der Mitarbeiterbindung beziehungsweise Mitarbeiterloyalität voraus.
Ein systematisch betriebenes Employer Branding verfolgt mehrere Ziele gleichzeitig und ist sowohl nach innen als auch nach außen ausgerichtet:
Ein erfolgreiches Employer Branding umfasst die folgenden Teilaufgaben:
3.1 Entwicklung einer Arbeitgebermarke
Basis für die Bildung einer Arbeitgebermarke sind die Ergebnisse der Analyse des Unternehmens in Abgrenzung zu konkurrierenden Unternehmen in Bezug auf seine Werte, Stärken und unverwechselbaren Eigenschaften.
Die Arbeitgebermarke schließt zudem ein einzigartiges Leistungsversprechen (UEP = Unique Employer Proposition) an die derzeitigen und künftigen Mitarbeiter mit ein. Dies beschreibt die besonderen und tatsächlich bestehenden Vorteile, die das Unternehmen als Arbeitgeber seinen Mitarbeitern bietet.
3.2 Steigerung der Mitarbeiterbindung
Zur Steigerung der Mitarbeiterbindung gilt es zunächst festzulegen, welche Mitarbeiter durch Maßnahmen der Mitarbeiterbindung vorzugsweise angesprochen werden sollen.
Dabei handelt es sich zum einen um Leistungs- und Potentialträger, die aktuell oder in absehbarer Zukunft den Unternehmenserfolg sicherstellen. Hierzu zählen nicht nur einige wenige herausragende Leistungs- und Potentialträger. Vielmehr handelt es sich um ein ganzes Spektrum von Mitarbeitern, angefangen von Mitarbeitern des mittleren Leistungs- und Potenzialbereichs bis zu den High Potentials und Top-Performern.
Hinzu kommen die so genannten Critical Skill Employees. Das sind die Mitarbeiter, die strategisch wichtige Funktionen wahrnehmen sowie über Kompetenzen verfügen, die am Arbeitsmarkt schwer verfügbar sind.
Die nächste Teilaufgabe besteht in der Ermittlung passender Maßnahmen zur Bindung des zuvor festgelegten Mitarbeiterspektrums in Bezug auf die Kriterien Leistung und Potenzial sowie der Critical Skill Employees an das Unternehmen. Diese Maßnahmen entsprechen im Idealfall ganz oder teilweise den im Leistungsversprechen (UEP) in der Arbeitgebermarke erwähnten Inhalten.
Bei den Maßnahmen des Employer Brandings handelt es sich um materielle oder immaterielle Anreize. Dies kann z.B. eine leistungsgerechte variable Zusatzvergütung sein, ein Dienstfahrzeug, oder aber die individuelle Gestaltung der Arbeitszeit zur Verbesserung der Work-Life-Balance. Auch kulturelle Faktoren, beispielsweise ein positives Betriebsklima oder Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten im Unternehmen sind häufig angewandte Maßnahmen des Employer Brandings, die positiv auf die (interne) Mitarbeiterbindung und die (externe) Arbeitgeberattraktivität wirken.
Bei der Leistungs- und Potenzialeinschätzung der Mitarbeiter, aber auch bei der Umsetzung der Maßnahmen kommt den Führungskräften eine besondere Bedeutung zu. Der direkte Vorgesetzte bildet in der Wahrnehmung seiner Mitarbeiter die emotionale Repräsentanz des Unternehmens: "Great People Join Great Companies but Leave Bad Managers!" Zugespitzt formuliert: Mit dem Angebot eines Dienstfahrzeuges können Führungsdefizite des direkten Vorgesetzen nicht ausgeglichen werden.
3.3 Steigerung der Arbeitgeberattraktivität
Bevor die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität in Angriff genommen werden kann, sind die vom Unternehmen als Bewerber favorisierten Zielgruppen festzulegen.
Die anvisierten Zielgruppen werden dann in Bezug auf die von ihnen bevorzugt genutzten Kommunikationskanäle analysiert.
Über die von den Zielgruppen genutzten Medien werden die in der Arbeitgebermarke komprimierten Botschaften gezielt ausgesandt. Gleichermaßen gilt es, als Arbeitgeber bei den von der Zielgruppe besuchten Veranstaltungen mit seiner Arbeitgebermarke präsent zu sein.
3.4 Monitoring und Controlling der Employer Branding Aktivitäten
Für das Monitoring und Controlling des Employer Brandings ist es wichtig, geeignete Kennzahlen (Key Performance Indicators, KPI) zu bestimmen, anzuwenden und kontinuierlich auszuwerten. Auf diese Weise lässt sich der Erfolg der im Rahmen des Employer Brandings eingesetzten Instrumente und Maßnahmen überprüfen.
Bei Veränderungen, beispielsweise in Bezug auf die Zielgruppe der Bewerber oder bei geänderten Präferenzen der Mitarbeiter sind die Maßnahmen des Employer Brandings entsprechend anzupassen.
Employer Branding nutzt dem Unternehmen in mehrfacher Hinsicht:
Die Auseinandersetzung mit der Identität des Unternehmens als Arbeitgeber und mit seinem wichtigsten Kapital, den eigenen jetzigen und zukünftigen Mitarbeiter, lohnt sich offensichtlich in vielfacher Weise.
Insbesondere in einer Zeit, in der immer weniger Bewerber auf dem Arbeitsmarkt verfügbar sind, ist Employer Branding ein Thema, an dem kein Entscheider vorbeikommt, der die Weichen für die Zukunft seines Unternehmens richtig setzen will.
Veranstalter: DEBA Deutsche Employer Branding Akademie
Synonyme zu "Employer Branding":
Arbeitgeberpositionierung, Arbeitgeberattraktivität, ArbeitgebermarkenbildungWeiterführenden Themencenter zu "Employer Branding":
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Wolf Reiner Kriegler vereint eine in Tiefe und Breite wohl einzigartige Praxiserfahrung in der Entwicklung und Führung von Arbeitgebermarken. Er gilt als Pionier des Employer Brandings im deutschsprachigen Raum und ist auf die Entwicklung von Arbeitgeberpositionierungen (EVP) spezialisiert.
Mit der von ihm 2006 gegründeten Deutschen Employer Branding Akademie (DEBA) in Berlin prägte er die Fachdebatte und legte die bis heute meist zitierte und referenzierte Definition des Employer Branding Begriffs vor. Er steht außerdem Pate für das Modell des identitätsbasierten Employer Brandings sowie die Definition von Handlungsfeldern des Externen und Internen Employer Brandings (Erstveröffentlichung April 2008 in "HR-Today"). Das von DEBA entwickelte Prozessmodell für die Entwicklung von Arbeitgeberpositionierungen gilt heute als Benchmark und hat Nachahmer gefunden.
Erstmals war Wolf Reiner Kriegler 1999 im Thema aktiv. Richtig geweckt wurde seine Leidenschaft für Arbeitgebermarken 2002 – durch die Entwicklung der internationalen Arbeitgebermarkenstrategie für die World of TUI. Bis heute hat er mehr als 30 nationale wie internationale Projekte der Employer Branding Strategieentwicklung für Konzerne und mittelständische Unternehmen realisiert. Unter anderem für Breuninger, Capgemini, comdirect bank, Geberit, Lanxess, Mars, mobilkom austria, SCHOTT, Schweizerische Bundesbahnen, Techniker Krankenkasse, Vattenfall oder W. L. Gore.
Seit 2010 berät Wolf Reiner Kriegler auch in der Entwicklung von Kennzahlen und Instrumenten zur Messung von Employer Branding Effekten. 2011 initiierte er mit der WELT Gruppe, der GfK Marktforschung sowie Fachverbänden und -medien "Deutschlands Arbeitgebermarken" (DAGM) – das erste unabhängige Prüfverfahren für die Qualität von Arbeitgebermarken, an dem alle Unternehmen ab 50 Mitarbeitern teilnehmen können. DAGM wird von ausgezeichneten Wissenschaftlern unterstützt, so unter anderem von Tim Ambler, der dank seines 1996 mit Simon Barrow veröffentlichten Journal-Artikel "The employer brand" als geistiger Vater des Employer Branding Begriffs gilt.
Wolf Reiner Kriegler
Die DEBA ist eine Management- und Markenberatung für Arbeitgeberattraktivität und das einzige ausschließlich auf Employer Branding Themen spezialisierte Beratungsunternehmen. Wir entwickeln Arbeitgebermarken und halten Sie auf Kurs. Strategieentwicklung, Steuerung und Controlling – mit uns und unseren Partnern finden Sie die für Sie passenden Lösungen entlang der gesamten Prozesskette der Arbeitgebermarkenbildung.
Die DEBA vereint Forschung, Beratung, Qualifizierung und Vernetzung unter einem Dach – und steht damit für Pragmatik auf hohem Reflexionsniveau. Bei ihr arbeiten Markenexperten, HR-Fachleute, Strategieberater und Organisationspsychologen immer Hand in Hand. Etwa Drittel ihrer Einnahmen und Ressourcen investiert die DEBA in die Fundierung und Weiterentwicklung des Employer Brandings, z. B. in den DEBA Campus, in dem schon über 150 Studierende, die ihre Abschlussarbeit zum Thema Employer Branding schreiben, vernetzt und aktiv betreut werden. http://www.employerbranding.org/campus.php
Wir sind insbesondere auf die Employer Branding Strategieentwicklung spezialisiert und darin führend in Deutschland. Das von DEBA entwickelte Prozessmodell in der Entwicklung von Employer Branding Strategien ist wie kein anderes in der Praxis bewährt, publiziert und referenziert. http://www.employerbranding.org/kunden.php
Mit und für unsere Kunden entwickeln wir identitätsbasierte und nachhaltige Arbeitgeberpositionierungen, die nach innen wie außen Wirkung entfalten. Arbeitgebermarken, die so entwickelt werden, sind Identifikationsanker und Orientierungsmarke für Mitarbeiter, Führungskräfte und Bewerber. Sie machen Organisationen effizienter und geben ihrer Entwicklung Richtung. Sie verbessern die Kultur, senken Kosten, steigern Leistung und machen Arbeitgeber nachhaltig wertvoller. http://www.employerbranding.org/strategie.php
DEBA Deutsche Employer Branding Akademie